





![]() | heute | 77 |
![]() | gestern | 68 |
![]() | diese Woche | 410 |
![]() | dieser Monat | 1270 |
Verein
Geschichte
Blau-Weiß „Erfinderin“ der Neujahrsempfänge
Blau-Weiß „Erfinderin“ der Neujahrsempfänge
Beim 25. Neujahrsempfang am 10. Januar 2010 sind wir wieder Ausrichter
Von Helmutheinz Welke
Zu jedem neuen Jahr gehören die Neujahrsempfänge, die in allen Ortsteilen und in allen Bereichen der Gesellschaft eine feste Gepflogenheit sind. Das war nicht immer so. Die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß Neheim kann sich rühmen, Begründer dieser Tradition gewesen zu sein. Im Jahre 1985 hatten wir zum allerersten dieser Neujahrsempfänge eingeladen. Er fand am Sonntag, den 5. Januar 1986 im Fresekenhof statt.
Weil es im nächsten Jahr der 25. Neujahrsempfang der Neheimer Vereine ist, kehrt er wieder zu den Wurzeln zurück. Deshalb sind wir als Initiatoren beauftragt worden, ihn auszurichten. Er ist terminiert für Sonntag, den 10. Januar 2010 und wird ab 11.00 Uhr am Ursprungsort, im Fresekenhof veranstaltet. Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist der 25. Neheimer Neujahrsempfang, der damit aber erst seit 24 Jahren besteht.
Entstanden ist er aus einer der vielen Ideen, die wir seinerzeit diskutiert und zum Teil auch umgesetzt haben. Bacchusempfang, Kegelturnier, die Einführung der Prinzenpaare und der „Sturm auf das Arnsberger Rathaus“ entstammen alle jener überaus fruchtbaren Periode. Das Vorbild für den Neujahrsempfang hatte der Autor dieses Beitrags von seiner früheren Tätigkeit in Unna mitgebracht. In dieser damals sehr großen Bundeswehrgarnison war es Jahr für Jahr ein besonderes gesellschaftliches Ereignis, wenn der Kommandeur Gäste zum Neujahrsempfang einlud.
Nachdem die Stadt Arnsberg 1980 den Fresekenhof aus dem Besitz des Freiherrn von Fürstenberg erworben und in der Folgezeit innen und außen aufwändig restauriert hatte, wurde das historische Burghaus am 23. September 1984 in einer öffentlichen Feierstunde offiziell einigen Vereinen als Domizil zur Verfügung gestellt. Auch wir verfügen seitdem dort über einen Raum, unsere „Möppelstube“.
Mit uns lebten aber noch weitere Vereine unter diesem großen, gemeinsamen Dach, unter anderem die Schützenbruderschaft St. Johannes Baptist, der Jägerverein, der Strohdorfclub und der Heimatbund Neheim-Hüsten. Weil man trotz dieser unmittelbaren Nachbarschaft kaum Berührungspunkte hatte, lag es nahe, nach einer Möglichkeit zum besseren Kennenlernen und zur Kontaktpflege zu suchen. Ein Neujahrsempfang schien uns die Lösung zu sein, um einmal im Jahr zusammenzukommen und sich auszutauschen. Jedes Jahr, so unsere Überlegung, könnte dann ein anderer Verein Ausrichter des Treffens sein.
Eine erste Fühlungnahme bei den Mitbewohnern des Fresekenhofes hatte ein enttäuschendes Ergebnis: kaum Interesse. Doch davon ließen wir uns nicht entmutigen. Wir fanden die Idee so gut, dass wir sie nunmehr allein in die Tat umsetzten und unsere Absicht schon im Januar 1985 auf einer Besprechung der Hausvereine ankündigten. Dazu gibt es hier in unserem Pressearchiv einen interessanten Zeitungsartikel. Um die Kosten für die Bewirtung der Gäste aufbringen zu können, wurde im engeren Kreis unseres Vereins spontan eine Hutsammlung veranstaltet, die etwa 200 DM erbrachte.
Aber wen laden wir ein? Das war die nächste Frage, die sich stellte. Selbstverständlich wurden zunächst einmal alle Mitnutzer des Fresekenhofes auf die Gästeliste gesetzt. Dann folgten die Vertreter der Stadt Arnsberg (als Hausherrin) und der im Stadtrat vertretenen politischen Parteien (als Gönner). Allmählich wurde der Kreis größer, und als der Tag der Premiere schließlich gekommen war, füllten fünfzig bis sechzig Personen die „Möppelstube“ und das angrenzende Kaminzimmer des Fresekenhofes. Auch dazu gibt es hier in unserem Pressearchiv einen Zeitungsartikel, in dem allerdings fälschlich der damalige Vorsitzende des Heimatbundes, Franz Clemens Feldmann, als Initiator des Neujahrsempfangs genannt wird.
Unsere Gäste, von den Mädchen unserer Tanzgarde mit diversen Getränken bewirtet, teilten die Ansicht, dass eine solche Veranstaltung das geeignete Mittel ist, um den Dialog zwischen den Vereinen zu verstärken. Die Fortsetzung war damit sichergestellt. Und auch anderenorts wurde die Idee schnell aufgegriffen. Es hagelte aber auch umgehend Kritik. Denn einige Vereine, die nicht eingeladen waren, fühlten sich – gemessen an ihrer Bedeutung für die Neheimer Vereinslandschaft – schlicht übergangen. War zunächst nur an die Hausvereine gedacht worden, so kam es in der Folgezeit zu einer immer stärkeren Ausweitung des Gästekreises.
Mit diesem Problem sieht sich nun auch wieder das Präsidium unserer Karnevalsgesellschaft bei der Zusammenstellung der Gästeliste für den Jubiläumsempfang konfrontiert. Längst muss man sich die Frage stellen, ob die vielen Menschen überhaupt noch in den zur Verfügung stehenden Raum passen, obwohl die Teilnehmerzahl je Verein schon lange auf maximal zwei Personen begrenzt ist. Und bei der Auswahl der Gäste kann man – das lehrt die Erfahrung – unversehens ins Fettnäpfchen treten.
Wie dem auch sei: Wir werden unser recht groß gewordenes Kind schon schaukeln!
Foto oben: Die Aufname vom ersten Neujahrsempfang entstammt einem Bericht der Westfälischen Rundschau, erschienen in der Lokalausgabe Neheim-Hüsten vom 6. Januar 1986. Sie zeigt einige der Gäste im Kaminzimmer des Fresekenhofes, darunter den damaligen Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Arnsberg, Alfons Löseke, und den Pressesprecher der Stadt, Bernd Wisser (2. und 3. von rechts). WR-Bild: A. Dawed
Foto unten: Die Ornatsträger unserer Karnevalsgesellschaft (Präsidium, Elferrat und Tanzgarden) vor unserem Vereinsdomizil, dem Fresekenhof. Oben auf der Freitreppe das Prinzenpaar Jan I. / Conny I. (2001 bis 2006).
























